Oh, wie trocken ist Panama

Bocas Marina. US-Amerikaner, die – retired – Kräuter in Eimern auf dem Heck ihrer Yacht züchten. Ein Deutscher, der über alle und jeden alles zu wissen scheint. Ein Automat, an dem die Yachtis Trinkwasser in Flaschen zapfen können. Wenn nicht gerade – wie derzeit – ein Zettel daran pappt, auf dem „out of order“ steht. Dabei funktioniert der Automat. Nur das Wasser will nicht fließen. Die Reservoirs der Insel sind leer. Zu lange hat es nicht mehr geregnet.
Darauf weisen sie auch in dem Hotel hin, in dessen Bar wir nach einer Fahrt mit dem marinaeigenen WasserShuttle zu Mittag essen wollen. „Fried jerk chicken“ in einer irgendetwas mit Tomaten und Knoblauch angerührten Sauce. Kaum mehr was los sei auf den Inseln und in Almirante, erzählt der Deutsche. Vom einstigen Jetset-Ort der US-amerikanischen Jugend mit Party auf den Delphinausflugsbooten und in den unzähligen Bars in den Stelzenhäusern sei nicht mehr viel geblieben. Und das nur innerhalb eines Jahres. Zu teuer, zu viel Kriminalität. Und Micha erzählt von der Tochter eines US-Gouverneurs. Entführt. Umgebracht. FBI und andere Spezialeinheiten auf der Insel. Danach sind Einheimische verschwunden. Aha.
Micha wird die Sandine von hier nicht mehr wegsegeln. Sein Zuhause steht zum Verkauf. Und stündlich treffen Nachrichten per WhatsApp ein von jenen, die Sandine haben wollen oder einfach Konversation suchen. „Schicken Sie doch mal Fotos von dem Boot aus 50 Metern Entfernung, von der Seite, von vorn und hinten und von oben.“ Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Das Kröpfchen hat er schon zwei Mal geleert.

Auf das Hühnchen im Restaurant folgt das Dessert. Hausgemachte Eiscréme. In zwei Einweckgläsern serviert, entscheiden sich unsere Gaumen gegen die blassbraune Masse in dem einen. Wir rätseln eine Weile, bis wir den Geschmack auf unseren Zungen entziffern: Erdnusseis. Die zu Eis verarbeitete Papaya aus dem anderen Glas legt sich lindernd darüber.

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