Leben am Maroni

Wenn der Morgen anbricht und an Deck Stille ist, weil alles noch schläft, winkt der ReinigungsProtz „Monsieur Propre“ aus den Wellen des Maroni. Hintendrein schwimmen eine CocaCola, wahlweise eine Flasche Bi der Marke Kronenbourg, ein veritabler Baumstamm – der glücklicherweise in ausreichendem Abstand. 

Schreitet der Tag voran, trifft sich die Jugend zum Barfußball am Flussufer. Zirkelt und drippelt den leichten Plastikball über den Rasen hinein ins Tor zwischen zwei Schuhen. Behände springen die Jungen über brusthohe Geländer. Stemmen sich mit den Fußsohlen links und rechts eines Mangobaumes hinan zur süßen Frucht. 

Dass die ausreichen, um eines der zahlreichen Autofenster einzuwerfen, die notdürftig mit Folie und Klebeband geflickt sind, ist zu bezweifeln. Ein Wagen mit heilen Scheiben ist hier eine Seltenheit. Die Autovermietung verlangt auch deshalb 1800 Euro Selbstbeteiligung. 

Selbst ist der Mann. Der junge Surinamese steht in einem Fass am Flussufer, frittiert irgendetwas, das mit Hühnchen oder Schwein gefüllt ist und ganz wunderbar schmeckt. Dazu reicht er selbstgemachte Säfte, etwa GurkeZitrone – sehr zu empfehlen. Zum Dessert zergeht ein MandelSchokoKeks auf der Zunge. Imbiss a lá St. Laurent.

Nur ein paar Meter weiter nutzt ein anderer Mann die Regenzeit, um seinen Imbisswagen um einen Unterstand zu erweitern. Fünf aufeinander gestapelte Plastikstühle ersetzen die Leiter, die er braucht, um die Querbalken zu befestigen. Vorm Haus gegenüber zücken die Bewohner eine Kamera. 

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