Von Nähe und Distanz

Ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe einen Post abgesetzt auf Facebook. Gestern morgen. Mit einem Link zu einem Artikel.

Und ich habe dem Link folgende Worte vorangestellt:

Broder

Ich habe diesen Post – entgegen meiner sonstigen FacebookGewohnheiten – öffentlich geteilt. Für alle Welt sichtbar.

Und wurde heute von meinem Vorgesetzten darauf angesprochen. Er sei darüber informiert worden, was ich so auf Facebook mache. Und dass ich sämtliche journalistische Distanz verloren hätte.

Ja. Mir geht meine journalistische Distanz verloren. Wenn ich – beispielsweise – erlebe, wie aus der fixen Idee einer Deutschrunde für Flüchtlinge innerhalb weniger Tage ein konkreter Treff wird – weil sich Bekannte, Freunde und gar Fremde melden, um mitzumachen. Da laufen mir die Tränen. Ja. Da geht mir die journalistische Distanz verloren.

Ich habe einen Fehler gemacht.

2 thoughts on “Von Nähe und Distanz

  1. Na, ja, ich fand das Statement auch recht heftig und muss zugeben, dass ich den Artikel von Henryk Broder erst daraufhin gelesen habe und gar nicht so schlecht fand. Auch wenn er sicher mal wieder provozieren wollte.

    Als Problem in der Flüchtlingsdebatte empfinde ich jede Form der Polarisierung und Lagerbildung, so als ob es eine „1“ oder „0“ Entscheidung für das gesamte Problem gäbe. Es müssen zahlreiche Einzelfragen abgewogen werden.

    Und bei facebook gehen mir auch manchmal die Pferde durch und ich schreibe schneller als ich (nach)-denke.

    Also: Kopf hoch, kann mal passieren.

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