Gesucht: Wohnung. Arbeit. Leben.

Sieben Bomben segeln an weißen Fallschirmchen nieder auf Yarmouk. Damaskus. Syrien. Dann kracht es. Ein Mal. Zwei Mal. Ein Feuerball. Rauch steigt auf.

Die HandyKamera wackelt. Die Hand, die das Telefon hält an diesem Nachmittag in Norddeutschland, ist ruhig. Zu sechst sitzen sie in dem kleinen Zimmer einer Flüchtlingsunterkunft. Preisen Deutschland. Und die Deutschen. Als freundliche, gute Menschen.
Dazwischen Abed. Er hat – wenn alles klappt – einen Platz im Deutschkurs. Von September an. Auf kurzem Wege. Weil der eine einen kennt, der wiederum einen anderen kennt, und der zufällig den kennt, der so etwas entscheiden kann. Auf kurzem Wege – in der Tat. Denn Deutschkurse sind da, wo Abed nun lebt, die Ausnahme.

Sami. Hat überlebt. Das darf so festgestellt werden. Denn er hockt zwei Etagen unter dem Zimmer von Abed in dem Plattenbau aus den 70-er Jahren. Sami hat das Mittelmeer überlebt. Das erste Fluchtschiff brach auseinander. Das zweite Schiff hat die türkische Küstenwache aufgebracht. Weil es mit Motorschaden im Sonnenuntergang trieb. Zuhause in Syrien wartet der Vater auf die tödliche Bombe. An Parkinson erkrankt. Fluchtunfähig.

Mohmad. Faltet ein DIN-A4 Blatt auseinander. Raus muss er aus der Unterkunft. Ende August. Doch auf dem gefalzten Papier steht die Freiheit.
„Die Ausländerin/der Ausländer ist berechtigt,
– sich im gesamten Bundesgebiet ohne Genehmigung der Ausländerbehörde aufzuhalten.
– eine Erwerbstätigkeit auszuüben.“
Ich übersetze. Ungläubig blicken die jungen Männer auf den Aufenthaltstitel. Und nun. Job. Wohnung. Wohnung. Job. Egal, in welcher Reihenfolge. Also: Wenn jemand jemanden kennt, der wiederum …..

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