The Last Chance

Die 18 Stunden an der Pier in Kythera haben uns eine Landleine, zwei Fender und eine Bugklampe gekostet. Dafür gab’s Omelett, Brot und Marmelade und starken griechischen Mokka bei Dimitris.

Er wird es sein, der Micha und mich am frühen Nachmittag quer über die Insel zu einem kleinen Laden fährt. Wo ein alter Herr hinter dem Tresen aufschrickt und uns eine neue Schraube für die Klampe verkauft. Und Bauschaum für die zerknautschten Fender.

Auf dem Weg – die Bergstraßen hinauf und hinab – erzählt Dimitris von Kythera. Seiner Insel. Erzählt, dass er fortgegangen ist aus Thessaloniki. Zu laut. Zu viele Menschen. Zu wenig Natur. Seit drei Jahren hat er das Café. Noch zwei Jahre arbeitet er für die Bank. Bank ist in heutigen Zeiten ein ungutes Stichwort. Die fünf Jahre Krise in Griechenland hätten vieles verändert, sagt Dimitris. „We did a lot of mistakes. And learned a lot. But if you’re working nearly 14 hours a day and get 500 Euro per month for it, you feel like a slave. Not like a man.“ Nun setzt auch er alle Hoffnung auf Zipras.

Der Blick über die Bucht hinaus auf die Felsen im Meer – er stoppt die Gedanken. So groß wie Malta, sagt Dimitris, sei Kythera. Gut drei Tausend Menschen leben auf der Insel. Die meisten aber in Australien. Anfang des 20. Jahrhunderts seien viele Griechen und auch Kytheraer dorthin ausgewandert. Und über die Generationen seien sie auf 60.000 „kytherian Australians“ angewachsen. Dimitris lacht.

Auch in diesen Tagen verlassen viele Griechen ihre Heimat. „That’s not good. Because we lose brain.“ Zipras will, dass auch die Reichen Steuern zahlen. Glaubt er, dass Zipras das schafft, wollen wir wissen. „He has to. Otherwise I don’t know what will happen to Greece. Zipras is our last Chance.“

Wir hingegen haben unsere Chance auf eine neue Schraube vertan. Sie ist zu kurz. Was aber ist das gegen die Angst, die die Griechen umtreibt. Eine Angst, die sie ihre Hilfsbereitschaft – selbst gegenüber uns Deutschen – keinesfalls vergessen lässt. Kurven Andy und Michael, den zweiten, zu einem Supermarkt oben in den Bergen. Nimmt der Dieselmann Andy und den OmelettTeller für Michael, den ersten, mit an die Pier zum Schiff. …

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