journalist on the road

Nicole Buchmann

Ein Herz fürs Finanzamt

Es begann mit einer Mail. Mein Arbeitgeber teilte mir mit, dass ich einen neuen Hauptarbeitgeber hätte. Das sagte das Finanzamt. Aha.

Hatte ich einen anderen Arbeitsvertrag unterschrieben? Nein. Nicht einmal beworben hatte ich mich. Der eigentliche Haken: Die Honorare meines wirklichen Hauptarbeitgebers würden fortan nach Steuerklasse 6 abgerechnet. Großartig.

Sollte sich schnell klären lassen, dachte ich. Also erst mal beim FA erfragt, bei wem ich denn nun hauptberuflich arbeite. Vielleicht hatte mich ja ein Headhunter schon mit gefälschter Unterschrift zum Guardian gelockt. Nein. Es war nur eine weitere ARD-Anstalt, für die ich sage und schreibe einen Beitrag gemacht hatte.

Der Blick auf deren Abrechnung offenbarte, dass sie sich keinesfalls herausgenommen hatte, mein neuer Hauptarbeitgeber zu sein. Artig wurde der Beitrag als Nebenbeschäftigung abgerechnet.

Hm. Im FA hingegen hieß es: ein technischer Fehler. Ändern? Können Sie das dann bitte ändern? Nein. Das müssen die Arbeitgeber ändern.

Die schwankten nach einem weiteren Telefonat und anderthalb Stunden später zwischen Amüsement und Entrüstung. Können sie nicht, sagten beide. Dafür bräuchte ich eine Bescheinigung vom FA.

Welche Bescheinigung, wollte die Dame dort wissen. Ich habe es ihr erklärt. Sie will sie schicken. Und ich nie mehr fremdarbeiten.

Ramstein und der Nierenkrebs

Ok. Ich bin ein wenig angestachelt. Angestachelt vom aktuellen Enthüllungsspaß auf geheimerkrieg.de.
Vielleicht  bin ich auch ein wenig neidisch. Darauf, dass die Kollegen anderthalb Jahre Zeit hatten, um sich mal richtig in eine Sache reinzuhängen.
Deshalb habe ich spontan angefangen zu suchen. Nach Dokumenten und sonstigem Kram. Herausgekommen ist dabei eine Bildergalerie. Bei Klick aufs Bild gibt’s den Link. Und Geschichten darüber, wie etwa Prism funktioniert oder ein US-Army-Mann, der einst in Ramstein gedient hat, an Nierenkrebs starb.

 

“Kein Zusammenhang”

Foto 4

Warum AfriCom in Deutschland bleiben soll

Foto

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Olympioniken der Neuzeit. Ruft an.

no-doping.org ist online. Die halbe Stelle für den DOH – gefördert vom Bundesministerium für Inneres und Sport – besetzt. Ines Geipel steht an diesem Mittwoch in Berlin mal wieder hinter einem Rednerpult. In der Stiftung für Aufarbeitung. Weil der Platz in der Robert Havemann Gesellschaft nicht ausgereicht hat – für die vielen Journalisten, die kamen, um über den DOH zu schreiben.
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Sex oder Siegen

Der Händedruck ist kalt und feucht, als sie uns an der Tür empfängt. Bleich die weichen Züge um ihren Mund. Licht setzen. Hunderte von Watt brennen von fünf Stativen ihrem Gesicht entgegen. “Wenn ich Ihre Nummer gehabt hätte”, sagt sie, “dann hätte ich unser Interview abgesagt.”

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Es ist so weit

Er hat geschrieben, er müsse reden. Dringlich klang das. Und ich wusste um das Ende. So wie es immer endet, schreibt einer, er müsse reden.

Die Frage ist: Wann rede ich.