Notizen vom Rande

Charkiw. 50 Terroranschläge. Allein in diesem Jahr. Sagt Maksim aus dem Büro der Freiwilligen. Nicht mehr als 20. Seit Juni 2014. Sagt die stellvertretende Oberbürgermeisterin.

Kiew. Sie werden geliebt, ignoriert oder gehasst. Die Kämpfer vom Maidan. Gehasst, weil sie verantwortlich sind. Für die Krise. Die harten Reformen. Dafür, dass das Leben ein anderes ist. Nun – nach dem Maidan.

Ukraine. „Hier finden Sie ostasiatische Löhne und das Bildungsniveau des Westens.“

Ukraine. 25 Grad. Plus. Sie sorgen sich, wie tief ihnen der kommende Winter in die Tasche greift. Wie viele weitere Flüchtlinge ein kalter bringen wird.

Ukraine. Nach jedem hochgeladenen Text klingelt mein Telefon. Auf dem Display russische Handynummern.

Charkiw-Kiew. Ein Schnellzug. Pünktlich. Bequem. Auf den Bildschirmen Reklame für einen HollywoodBlockbuster. Dann taucht ein kleiner Junge seinen Pinsel in verschiedene Farben. Das Blatt füllt sich mit Tupfern. Grauen. Grünen. Braunen. Die kleinen Finger greifen zur Schere. Der Vater – er lächelt, als ihm sein Sohn die schusssichere Weste über die Uniform stülpt.